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iFQ-Wissenschaftsbefragungen – Barometer für die Wissenschaft

Trendstudien, Stimmungsbarometer und Meinungsumfragen gibt es für viele gesellschaftliche Bereiche – von der Wirtschaft und einzelnen Märkten über besondere Themen der Massenmedien bis zur Politik. Langfristig angelegte Meinungsforschung kann dabei wichtige Informationen über zeitliche Entwicklungen und aktuelle Tendenzen im jeweiligen Untersuchungsfeld liefern. So lassen sich beispielsweise wirtschaftliche Konjunkturen oder politisches Wahlverhalten besser abschätzen und bewerten. Demoskopische Untersuchungen über die Wissenschaft als einen eigenen, ebenfalls wichtigen gesellschaftlichen Bereich sind jedoch vergleichsweise selten. Zwar gibt es zahlreiche Befragungen von einzelnen Personengruppen, die in Forschung und Lehre aktiv sind. Ein umfassendes Meinungsbild zur Lage und Entwicklung des deutschen Wissenschaftssystems fehlte jedoch seit geraumer Zeit. Dies ist umso erstaunlicher, als das Wissenschaftssystem seit einigen Jahren einen tief greifenden Veränderungsprozess durchläuft und infolgedessen das Interesse über die Wahrnehmung dieser Entwicklungen aus der Perspektive der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler groß war und ist.

Das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) hat vor diesem Hintergrund im Jahr 2009 seine Wissenschaftsbefragungen ins Leben gerufen und die erste größere Befragung 2010 in Deutschland durchgeführt. Die iFQ-Wissenschaftsbefragung in Deutschland 2010 bot – einige ältere Befragungen systematisch einbeziehend – Aufschluss über die Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Wahrnehmungen von größeren Programmen und einzelnen Instrumenten der Wissenschaftsförderung wie beispielsweise der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder oder die Einschätzungen zu wissenschaftspolitischen Diskursen wie beispielsweise zum wissenschaftlichen Fehlverhalten, dem Verhältnis von grund- und drittmittelfinanzierter Forschung, Begutachtungsverfahren usw. Die breit angelegte Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland soll in der Regel alle fünf Jahre durchgeführt werden und so ein tieferes Verständnis von dauerhaften Entwicklungen ermöglichen. Die iFQ-Wissenschaftsbefragung versteht sich in diesem Sinn als langfristiger Barometer für die Wissenschaft.

In den letzten Jahren hat das iFQ zudem einige Auftragsstudien angeboten, die inhaltlich und methodisch auf der iFQ-Wissenschaftsbefragung in Deutschland 2010 aufbauten. Besonders zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Befragung des wissenschaftlichen Personals an österreichischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Auftrag des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und die Befragung des wissenschaftlichen Personals der Universitätsallianz Metropole Ruhr im Auftrag der Stiftung Mercator.

Die nächste Wissenschaftsbefragung wird im Februar 2016 durch die Abteilung 2 – Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) durchgeführt. Dabei wird erstmals neben den Professorinnen und Professoren auch der akademische Mittelbau an deutschen Universitäten erfasst. Als Trendstudie greift die Wissenschaftsbefragung 2016 einen wesentlichen Teil der Fragen aus der vorausgehenden Befragung auf. Gleichzeitig wurde der Fragebogen um neue Themen erweitert, die zum einen den Bezug zur aktuellen wissenschaftspolitischen Debatte herstellen und zum anderen die besondere Situation des Mittelbaus berücksichtigen.

Ansprechpartner: Jörg Neufeld, Dr. David Johann